Durch ein schreckliches Unglück haben wir heute Vallery verloren.
Vallery hat einige Jahre in unserem Partnertierheim in Olbia verbracht, wo uns die hübsche Maus mit dem lustigen Gesicht aufgefallen ist. Nachdem wir die ersten Fotos ins Internet gestellt haben war schnell klar, dass Vallery nach Deutschland kommen kann. Einige liebe Familien meldeten sich und wollten der Kleinen ein Zuhause geben.
So kam Vallery am 16. Juli nach Deutschland und wurde auf einer Pflegestelle liebevoll aufgenommen. Hier gewöhnte sie sich schnell und gut ein, so dass die morgendlichen Jogging-Runden mit Frauchen schnell eine liebe Gewohnheit wurden. So auch Heute, am 04. August. Wie immer ging es los in den Kölner Stadtwald. Weil Vallery noch manchmal etwas schreckhaft war, durfte sie immer nur an der Leine mitlaufen, die locker ums Handgelenk vom Pflegefrauchen hing.
Bei einem Stopp, um Dehnungsübungen zu machen, kam unerwartet ein Pferd aus einem der Reitwege. Vallery erschreckte sich sehr und löste sich mit einem Ruck vom Handgelenk. Sie lief einige Meter, kam aber dann auch wieder zurück. Aber sie kam nicht ganz ran - denn nun hatte sie, immer noch leicht verwirrt, zum ersten Mal seit vielen Jahren das Gefühl der Freiheit gespürt... Sie lief immer weiter und das Pflegefrauchen konnte sie nicht mehr einholen. Sie hatte zielstrebig den Heimweg angetreten und wollte alleine laufen, ohne Leine.
Der Weg nach Hause führt über eine der Hauptverkehrsstraße in Köln, die Vallery zum Verhängnis wurde. Sie lief frontal in ein Auto und trug sofort schwere innere Verletzung davon. Wenige Minuten später war sie schon beim nahe gelegenen Tierarzt, der unserer Kleinen nicht mehr helfen konnte.
Liebe Vallery, wir haben versagt. Nach vielen Jahren im Tierheim wollten wir Dir ein Leben zeigen, dass sich lohnt zu Leben. Wir wollten Dir eine Familie suchen, die Du auf der Pflegestelle bereits gefunden hattest. Einen Tag vor diesem schrecklichen Unglück haben Deine Leute sich dazu entschlossen, dass Du für immer bleiben solltest. Und nun das.
Es war ein tragischer Unfall, der Dir Dein Leben nahm und wir wünschten, wir könnten die Uhr ein paar Stunden zurück drehen. Aber es ist zu spät. Statt Dich zu retten haben wir Dich verloren. Deine Pflegeeltern sind sehr, sehr traurig. Sie machen sich schwere Vorwürfe, aber sie können nichts dafür. Es ist mal wieder das grausame Schicksal, was wir beklagen müssen.
Keiner von uns wird Dich vergessen und wir glauben fest daran, dass Du nun - am Ende der Regenbogenbrücke - die Freiheit findest, die Du Dir ersehnt hast.