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Nachhaltigkeit durch Prävention - Unser oberstes Anliegen!

Unser Einsatz auf Sardinien ist vielfältig. Es gibt vor Ort keinen präventiven Ansatz, das Leid der Straßenhunde zu lösen. Es gibt keine ausreichenden Gesetze die verhindern, dass Hunde ihr Leben lang an kurzen Ketten gehalten oder in engen Zwingern eingeferscht werden. Es gibt vor allem bei dem Großteil der Bevölkerung kein ausreichendes Veständnis dafür, dass unsere Freunde Bedürfnisse haben und vor allem auch das Recht auf ein artgerechtes Leben!

So werden wir mit immer neuen Notfällen konfrontiert, die dringend unsere Hilfe brauchen. Hunde werden angefahren und achtlos am Straßenrand liegen gelassen, angeschossen, ausgesetzt, gequält oder einfach nur ignoriert, wenn sie Hunger und Durst haben. Viele dieser Hunde werden niemals Hilfe bekommen. Sie sind auf sich alleine gestellt in einer Welt, die keinen Platz mehr für Streuner bietet. In einer Welt, mit Straßenverkehr, Jägern und anderen Gefahren, denen sie schutzlos ausgeliefert sind. Ein großer Teil dieser Hunde stirbt irgendwann einen leidvollen Tod - unbemerkt und unbeachtet von den Menschen.

Andere werden von Hundefängern in ein Auto gezerrt oder schon als Welpe im Müll gefunden, wachsen im Tierheim auf, verschwinden in einem der Massengehege. Ihre Augen erzählen oft eine sehr traurige Geschichte und ihre Seelen gehen in der Masse unter. Grund hierfür ist in erster Linie die unkontrollierte Vermehrung von Hunden, die auf der Straße leben. Mangelnde Aufklärung - und teilweise auch mangelndes Interesse an diesem Problem - in der Bevölkerung und Politik kommt hinzu. Auch Privathunde sind in der Regel unkastriert und laufen streunend auf den Straßen von Sardinien herum.

Die Straßenhunde auf Sardinien werden auf Initiative der Behörden gezielt eingefangen und in die Tierheime der Insel gebracht. Viele von ihnen sind zu diesem Zeitpunkt schon krank oder verletzt und müssen zunächst medizinisch behandelt werden. Damit hat sich „das Problem streunender Hunde“ für die entsprechende Gemeinde zunächst einmal erledigt - allerdings nicht für die Hunde. Auf sie wartet ein meist lebenslanges Dasein hinter Gittern. Ohne Auslauf, ohne Beschäftigung. In manchen Tierheimen auch ohne ausreichende medizinische Versorgung. Im Winter ist es kalt und nass. Das Wasser kommt von unten, mangels Drainage, und von oben mangels Dach. Der Winter und die Nächte auf Sardinien sind kalt, rau und regenreich. Im Sommer sind viele Hunde in den Tierheim hingegen schutzlos der Sonne ausgesetzt. Bei Temperaturen bis 40 Grad und mehr. Ihre Seelen gehen in der Masse unter – ihre Namen weichen Nummern.

Aus oben beschriebenen Gründen können wir unseren Einsatz nicht auf die Vermittlung von Hunden nach Deutschland beschränken. Wir müssen präventiv arbeiten, um die Bedingungen für unsere Freunde langfristig und nachhaltig zu verbessern! Unsere Arbeit gliedert sich deshalb in diese Bereiche auf;

Prävention

Kettenhunde

Jagdhunde

"il Rifugio i Fratelli Minori" in Olbia

Teresas Schützlinge

Darüber hinaus gehen wir selbstverständlich auch immer wieder Notrufen in Deutschland oder auch anderen Ländern nach. Auch in Deutschland gibt es immer wieder Hunde, die unverschuldet in Not geraten und denen wir mit medizinischen Behandlungen oder auch einer Vermittlung in ein neues Zuhause helfen! Tierschutz kennt keine Landesgrenzen.

Oben auf dem Foto sehen Sie Nikita. Nikita ist nur die Leihmutter der kleinen Bande. Die richtige Mama heißt Zola. Zola und Nikita sind zwei Hunde, die von uns aufgenommen wurden.

Nikita streunte in einem von Touristen stark besuchten Dorf nahe Porto Cervo. Porto Cervo liegt an der reichsten Küste Sardiniens, der Costa Smeralda. Nikita fiel auf, weil sie erschöpft am Rande einer viel befahrenen Straße lag. Unsere Helferin fuhr sofort los, um sich ein Bild der Lage zu machen. Bei Nikita angekommen stellte sie fest, dass die Hündin hohes Fieber hat.

Zunächst brachte sie Nikita zu einem Tierarzt in Arzachena, mit dem wir seit einiger Zeit zusammen arbeiten. Die Diagnose war eine starke Vereiterung der Gebährmutter, die deshalb sofort entfernt werden musste. Bei dem Eingriff stellte sich heraus, dass Nikita 8 Babys im Bauch hatte, die leider nicht mehr gerettet werden konnten.

Im Anschluss an die Operation suchten wir eine Bleibe für Nikita, in der sie in Ruhe gesund werden sollte. Wir bekamen die Zusage einer nahegelegenen Hundepension, die bereit war die hübsche Hündin aufzunehmen. Nikita zeigte sich hier von Beginn an nur von ihrer besten Seite. Sie war dankbar für den Schutz der Menschen und erholte sich bei guter Pflege Gott sei Dank sehr schnell. Wir schätzen, dass Nikita einmal ein Zuhause hatte, denn sie beherrschte die Grundkommandos. Vielleicht hat sie es verloren, weil sie krank wurde.

Auch Zola, die Mama der Welpen, hat ihr Zuhause verloren. Ein Jäger hat sie abgegeben, weil sie schwanger zur Jagd nicht taugte. So hat Zola ihre Welpen in der Hundepension zur Welt bringen dürfen. Die Familie ist wohlauf und wir freuen uns, dass alle mittlerweile ein gutes Zuhause gefunden haben!