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Als wir dich am 4.Feb. 2007 auf der Pflegestelle abholten, dachten wir, dir mindestens für die nächsten 10 Jahre ein schönes Zuhause bei uns geben zu können.Leider wurden daraus nur 19 Monate, von denen du ein Jahr tapfer gegen deine Krankheit angekämpft hast, doch leider vergebens.

Da du bereits schlimme Erfahrungen gemacht haben mußt, fiel es dir schwer, Vertrauen zu uns aufzubauen. Mir hast du nach kurzer Zeit dein ganzes Herz geschenkt und wo ich war, warst du auch, aus Angst mich wieder zu verlieren. Auch meiner Tochter Christin hast du ein Teil deines Herzens und deines Vertrauens nach einigen Wochen gegeben. Leider hattest du mit den Männern unseres Hauses ein Problem. Wir dachten, dass sich das mit der Zeit ändern wird und es waren auch schon die ersten Anzeichen da, in denen du deinen ganzen Mut zusammen genommen hast und dich ihnen mit kleinen Schritten und Gesten genähert hast, doch leider bekamst du im August 2007, durch eine Narkose ausgelöst, Epilepsie. Diese Krankheit warf dich in deinen Fortschritten immer wieder zurück.

Die Veranlagung zu dieser Krankheit, wirst du wahrscheinlich schon gehabt haben und wir waren auch zuversichtlich, die Krankheit mit entsprechenden Medikamenten in den Griff zu bekommen, aber dies war nicht der Fall.

Du gehörtest zu den wenigen Prozent, die nicht auf die Tabletten ansprachen. Trotz wechselnder Medikamente und immer höheren Dosierungen hattest du in den letzten Monaten, bis zu 3 Anfälle in der Woche. Insgesamt 48 Anfälle in 12 Monaten. Bei allen Anfällen war ich bei dir, habe dich gestreichelt und beruhigt, bis du dann langsam wieder zu dir kamst, wackelig auf den Beinen, mit Herzrasen und manchmal bis zu einer Stunde blind. 

Als unsere Tierärztin uns vor die Tatsache stellte, dass es auf die Dauer besser für dich ist, von der Krankheit erlöst zu werden, hattest du bei uns Narrenfreiheit. Du durftest aufs Sofa, auf unsere Gartenliegen und am Kühlschrank und beim Grillen fiel immer genug für dich ab. Beide Seiten haben es sichtlich genossen, immer mit dem Hintergedanken, wer weiß, wie lange wir uns noch haben... . Wir hatten mit dir noch einen wunderschönen Sommerurlaub in den Bergen, mit vielen tollen Wanderungen.

Die Kinder und du hatten Spaß, weil du bei ihnen im Bett schlafen durftest (auch wenn du dich nachts wieder vor mein Bett gelegt hast).
Du warst in den letzen Wochen zwischen den Anfällen so gut drauf, als ob auch du geahnt hast, dass du nicht mehr lange bei uns sein wirst.
 

Gestern war es dann leider so weit. Seit zwei Tagen hast du schon etwas aus dem Maul geblutet, weshalb ich dann gestern die Tierärztin aufgesucht habe. Leider hattest du auch wieder an beiden Tagen einen Anfall. Die Ärztin gab dir Valium, damit die Anfälle für den Tag unterdrückt werden und eine Spritze, dass die Blutung aufhört. Wieder zu Hause angekommen, fingst du an, aus der Nase zu bluten. Nach einer Stunde entdeckte ich alles rote Flecken auf deiner Haut. Die Ärztin sagte mir, dass die Organe, Leber und Nieren schon so weit durch die hohe Dosierung der Medikamente angegriffen sind, dass die Durchblutung bei dir nicht mehr klappt und wenn wir noch länger warten würden, du innerlich verbluten würdest.

So hast du kleiner lieber Kerl uns letztendlich die Entscheidung über dein weiteres Leben abgenommen.

Du hast in deinem geliebten Garten die erlösende Spritze bekommen und wir waren dabei und haben dich bis zu deinem letzten Atemzug begleitet und gehalten. Nun bist du erlöst, nie wieder diese
schrecklichen Anfälle oder die, von dir so tapfer ertragenen Nebenwirkungen der Medikamente.

Du hast es geschafft!!.

Doch wir sind hier und ich könnte schreien vor Trauer und Schmerz. Du fehlst mir so, dein Anstupsen, wenn du gestreichelt werden wolltest, deine Freude wenn ich nach Hause kam, das Klappern der Marken an deinem Halsband wenn du gelaufen bist, der Geruch deines Fells. Das alles und vieles mehr werden wir nie mehr haben. Aber wir haben die Gewissheit, dass es dir dort, wo du jetzt bist, besser geht und du deine Ängste und deine Zurückhaltung, die du doch nie so richtig überwunden hast, nun ablegen kannst. Nun kannst du endlich der Hund sein, der du im innersten deines Herzens schon immer warst. Der beste vierbeinige Freund und Begleiter den wir und vor allem ich je hatten.

Ich wünsche dir da, wo du jetzt bist, alles Gute und ich bin froh und stolz darüber, dass ich dich einen Teil deines, leider sehr kurzen, Lebens begleiten durfte. Wir müssen jetzt lernen ohne dich, unserem geliebten Tim zu leben...
 
Wir werden dich nie vergessen und der Gedanke, dass wir dich in vielen, sehr vielen Jahren wieder sehen, tröstet uns ein wenig. In Liebe, deine Familie Birgit, Christin, Robin und Jürgen
 
Unserer Tierärztin Frau Tiemann,  möchte ich auch an dieser Stelle herzlich für die letzen schweren Wochen, die sie uns immer beigestanden hat, herzlich Danken.