Pietrina starb alleine. In der Nacht auf den 27. September 2007

Und wieder einmal müssen wir Abschied nehmen.
Jeder, der schon mal im Rifugio war kennt Pietrina. Sie lebte seit vielen Jahren auf der Piazza (dem Eingangsbereich des Tierheims) und begrüßte jeden Besucher herzlich in der Hoffnung auf eine Streicheleinheit.
Seit 4 Jahren habe ich Pietrina in der Vermittlung. Einmal war es fast soweit -- wir hatten ein Zuhause gefunden. Leider sprangen die Interessenten aber kurz vor Toreschluss (der Flug stand schon fest) wieder ab, weil Pietrina eine lokale Leishmaniose an der Vorderpfote hatte. Eine Verletzung an den Ballen brauchte fast ein Jahr um zu verheilen und entzündete sich immer wieder. So lange lief sie auf drei Beinen und zeigte jedem ihre Pfote - fast stolz, weil es besondere Aufmerksamkeit hierfür gab.
Nun war alles verheilt. Dennoch - Heute Morgen, als Mariagrazia (die Leiterin unseres Partnertierheims) ins Rifugio kam, lag Pietrina tot auf der Piazza. Ohne ersichtlichen Grund, denn Gestern war sie noch völlig o.k.. Wie immer.
Der tote Körper wird nun untersucht um auszuschließen, dass ihr das selbe Schicksal widerfahren ist wie damals Carotina. Sie wurde vor wenigen Wochen vor den Toren des Rifugios vergiftet aufgefunden.
Liebes Mädchen. Wir haben zu lange gezögert und vielleicht hätten wir Dir das ersparen können, wenn wir manchmal etwas mutiger und beherzter wären. Heute wünsche ich mir, wir hätten Dir damals die Chance auf einen Platz in Deutschland gegeben und den Flug genutzt, der schon für Dich geplant war. Nun ist es zu spät.
Viele von uns werden Heute Abend und auch noch lange Zeit an Dich denken. Ich bin sehr, sehr traurig, wenn ich bei den nächsten Besuchen im Rifugio vergeblich nach der Freundschaft und der Dankbarkeit in Deinem Blick suchen werde. Ich werde Dich sehr vermissen.
Claudia
Aktualisierung vom 28.09.07
Die Autopsie ergab, dass Pietrina nicht vergiftet wurde. Sie starb an den folgen eines Milztumors, der offenbar sehr aggressiv und schnell gewachsen sein muss und fast den ganzen Bauchraum unterwandert hatte.In der Nacht muss es zu inneren Blutungen gekommen sein, die dann zum Tode geführt haben.
Die Helfer in Olbia sind immer noch fassungslos und können weder glauben noch verstehen, dass sie Pietrina nie wieder in ihre Arme schließen dürfen.