Abschied von Peikea...
An einem sonnenreichen und sehr warmen Tag, dem 8.Juni 2007, bist Du inmitten freier und schönster Natur über die Regenbogenbrücke gegangen.
Wir sind fassungslos und über alle Maßen unglücklich, dass Du uns verlassen hast.
Wir waren so nah bei Dir, als das Schicksal tragischer hätte kaum zuschlagen können und beendeten an diesem Abend unsere Suche nach Dir, ohne zu wissen, dass Du bereits den Weg in die ewige Ruhe und Freiheit angetreten hattest.
Wir hatten soviel Hoffnung, dass der nächste Tag Dich wieder in unsere Geborgenheit zurückbringen würde, dass Du die Liebe Deines Pflegefrauchens weiterhin erleben darfst und bald schon ein liebevolles und kuscheliges, endgültiges Zuhause beziehen kannst. Aber das sollte nicht sein.
Viele Leute dieser ländlichen Gegend von unendlicher Weite, in der Du die Freiheit und Natur pur schnuppern gegangen bist, haben uns bei der Suche nach Dir unterstützt und immer wieder Hinweise Deines Aufenthaltortes gegeben. Wir haben Dich am Nachmittag des 8. Juni immer und immer wieder gesehen, aber Du wolltest kein Vertrauen mehr fassen, hattest Angst, wieder eingefangen zu werden. Der Hunger trieb Dich dann doch so nah zu uns, aber auch der Versuch, Dich beim Fressen zurück zu bekommen, schlug fehl, denn Du nahmst all Deine Kräfte zusammen, um wieder loszukommen. Und wieder verloren wir Deine Spur.
Wir bekamen am 9.Juni morgens den Anruf von einem Bauern, der Dich auf seinem Feld gefunden hatte, das er tags zuvor abgemäht hatte...
Wir haben für Dich ein idyllisches Plätzchen der letzten Ruhe unter Bäumen und zwischen Rhododendren gefunden - auf dem Grundstück, von wo aus Deine Reise am 7. Juni in die unendliche Freiheit begann. Deine Augen waren geschlossen, als würdest Du einen wunderschönen Traum träumen, der nun niemals mehr zu Ende gehen wird.
Die Menschen haben ihre Träume, aber vielleicht ihr Tiere ebenso.
Die Menschen suchen immer nach einem Sinn im Leben, aber vielleicht ihr Tiere ebenso.
Die Menschen brauchen für alles Erklärungen, aber ihr Tiere vielleicht nicht.
Mit einem Kuss zwischen Deine träumenden Augen habe ich mich von Dir verabschiedet. Wir, die Dich zu Grabe begleitet haben, waren stumm vor Fassunglosigkeit und Schmerz. Jeder, der Dich kannte, ist von Deinem Schicksal zutiefst erschüttert und von Traurigkeit erfasst.
Wir alle werden Dich in unseren Herzen nicht vergessen.
Schlaf schön, kleine Maus! Hinter der Regenbogenbrücke sollst Du nun glücklich werden.
Peikea war eine wundervolle Hündin von schon ca. 9 Jahren, als sie die Reise aus dem Refugio in Olbia zu ihrem Pflegefrauchen nahe Hamburg antrat. Die anfängliche Überforderung nach so einer Reise legte sie schnell ab und entwickelte sich zusehends zu einer zwar sehr sanften, durchaus aber immer selbstbewussteren Hundedame. Die intensive Pflege und Ansprache ihres Pflegefrauchens genoss wie auch befolgte sie schon immer öfter und ebenso die täglichen, mehrstündigen Spaziergänge. Peikea hätte 16 Stunden am Tag spazieren gehen können. So glaubten wir, ein Besuch bei lieben Tierfreunden mit riesigem, sicher eingezäunten Grundstück auf dem Land würde Peikeas Herz hochschlagen lassen.
Das tat es dann auch - wahrscheinlich war die Aussicht rundum auf Felder und Wiesen so verlockend, dass keine Hürde grösser gewesen wäre als Peikeas Freiheitsdrang. Wahrscheinlich haben wir Fehler gemacht.
Aber die Menschen neigen dazu, eben alles erklären zu müssen...
von Birgit Bormann-Rolfs